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How dare you?! Aufschrei von Dr. Sigrid Arnade

Dr. Sigrid Arnade
Dr. Sigrid Arnade
Foto: Franziska Vu ISL

Berlin (kobinet) Die Reaktionen auf die Bundestagsdebatte und vor allem auf den Inhalt des am späten Abend des 20. Mai mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD verabschiedeten Barrierefreiheitsstärkungsgesetz sind vielfältig. Vonseiten derjenigen, die tagtäglich mit Barrieren konfrontiert und dadurch massiv behindert werden, reicht dies von massivem Frust, über Polemik bis unglaublichem Ärger. So hat sich auch die Sprecherin der LIGA Selbstvertretung Dr. Sigrid Arnade mit einem äusserst verärgerten Kommentar nach dem Beschluss des Bundestages in Anlehnung an die Wutrede von Greta Thunberg zu Wort gemeldet und an die verantwortlichen Abgeordneten gewandt. In ihrem Aufschrei fragt bzw. sagt Dr. Sigrid Arnade, die über zwei Wochen mit dem Mehr Barrierefreiheit Wagen durch Deutschland getourt ist, um für ein gutes Barrierefreiheitsgesetz zu werben: „How dare you?!“ was sich mit „Wie konnten Sie es wagen?!“ in deutsch übersetzen lässt.

Verbreitete Kritik an Gesetzesvorhaben

Logo ForseA e.V.
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Foto: ForseA e.V.

Hollenbach (kobinet) Derzeit sind Gesetzeswerke in Arbeit, die zumindest dem Namen nach Verbesserungen für das Leben behinderter Menschen bringen sollen. Da ist zum einen das Teilhabestärkungsgesetz, zum anderen das Pflegestärkungsgesetz oder das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Die Vereine und Verbände der Menschen mit Behinderung protestieren vehement gegen die ihrer Meinung nach irreführende Bezeichnungen, weil sie unzureichende gesetzliche Regelungen sehen. Betroffen ist auch die absolut lückenhafte gesetzliche Regelung zur Assistenz behinderter Menschen im Krankenhaus. Dort hat die Regierung bereits eine fehlerhafte Arbeit eingeräumt, denkt aber noch immer nicht daran, zumindest diese zu korrigieren.

Menschenrechte in der Psychiatrie

Menschenrechte in der Psychiatrie
Julia Lippert
Foto: Julia Lippert

Berlin (kobinet) Psychiatrische Zwangsmaßnahmen stehen in wesentlicher, menschenrechtlicher Kritik. Meine eigenen Erfahrungen zeigen, dass viel zu schnell Zwang eingesetzt wurde. Der UN-Fachausschuss spricht sich gegen den Einsatz von Zwangsmaßnahmen aus und je nach Auslegung, setzt die UN-BRK klare Normen.

Wenn Worten Taten folgen

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Franziska Vu – ISL

Kassel (kobinet) kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul hat sich in dieser Woche einige Nächte um die Ohren geschlagen, um die politischen Entwicklungen in den USA intensiv zu verfolgen. Nach dem Wahlsieg der demokratischen Senatskandidat*innen in Georgia treiben ihn vor allem noch die Ereignisse bei der Erstürmung des Kapitols und der damit verbundene Versuch, demokratische Prozesse gewaltsam aufzuhalten bzw. zu verhindern, um. In seinem kobinet-Kommentar geht er u.a. der Frage nach, wie Worten Taten folgen und was das für uns bedeutet.

Was noch fehlt

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Franziska Vu – ISL

Kassel (kobinet) Zum Ende dieses Jahres hat sich kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul Gedanken darüber gemacht, was in diesem ereignisreichen und anstrengenden Jahr noch fehlt.

Wie lieb sind uns unsere Lieben?

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Franziska Vu – ISL

Kassel (kobinet) Seit gut elf Monaten beherrscht die Corona-Pandemie unser Leben und seit dieser Zeit müssen wir immer wieder zwischen dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten und der Vorsicht, sich und andere nicht zu infizieren, abwägen. Viele behinderte Menschen, bei denen eine Infektion ein wesentlich größeres Gesundheitsrisiko birgt, sind sich der Gefahren bewusst und haben in den letzten Monaten viele Abstriche in Sachen Teilhabe machen müssen. Und nun steht Weihnachten mit all seinen Erwartungen, Sehnsüchten nach sozialem Kontakt, aber auch mit all seinen Gefahren der Infektion vor der Tür. Deshalb beschäftigt sich kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar mit der Frage „wie lieb sind uns unsere Lieben?“ und blickt auf kreative andere Weihnachten mit seinem in den USA lebenden Sohn zurück.

Vom Menschenrecht auf Barrierefreiheit

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Franziska Vu – ISL

Kassel (kobinet) Zum heutigen Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat sich kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit dem Menschenrecht auf Barrierefreiheit befasst. Angesichts der Tatsache, dass Deutschland den European Accessibility Act bis zum 28. Juni 2022 in deutsches Recht umsetzen muss, blickt er in seinem Kommentar auf internationale Menschenrechtsregelungen und die Notwendigkeit, endlich auch in Deutschland umfassende Gesetze zur Barrierefreiheit auch im privaten Bereich zu schaffen.

Alles wird gut

Logo ForseA Schriftzug
Logo ForseA
Foto: ForseA

Hollenbach/Wetzlar (kobinet) Laura Brachtel aus Wetzlar hat ihre nunmehr dritte Weihnachtsgeschichte für ForseA geschrieben. Sie handelt von einem jungen Mann, der mit dem Fahrrad verunglückt. Ihm zeigt ein Freund auf, dass es auch für ihn noch Perspektiven gibt.

MDR-Magazin Selbstbestimmt: Erfahrungen mit Persönlicher Assistenz

Jens Merkel mit E-Rollstuhl
Jens Merkel mit E-Rollstuhl
Foto: privat

Leipzig (kobinet) „Persönliche Assistenz ist für viele Menschen mit Behinderung ein Lebensmodell, das ihnen Selbstbestimmung ermöglicht. Jens Merkel aus Grimma ist einer der Ersten aus Sachsen, die mit einer Assistenz leben. Bereits 2003 hat „Selbstbestimmt“ über ihn berichtet. Jetzt haben wir ihn noch einmal getroffen und erfahren, wie sich sein Leben mit Assistenz verändert hat und welche Probleme es zu bewältigen gibt. Gute Assistenten zu finden, ist schwer. Und nach wie vor müssen hohe finanzielle und bürokratische Hürden überwunden werden“, heißt es u.a. in der Ankündigung für die Sendung des MDR-Magazin Selbstbestimmt, die am 8. November um 8:00 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt wird.

Corona-infizierte Betreuer arbeiten in Lebenshilfe-Einrichtung weiter

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Franziska Vu (ISL)

Mellrichstadt/Kassel (kobinet) „Wohnheimerzieher dürfen mit positivem Corona-Test arbeiten“. So lautete eine Schlagzeile vom 13. Oktober im ntv-Corona-Ticker, die kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul aufhorchen ließ. Nachdem er auf einen Bericht in BR24 vom 12. Oktober über die freiwillige und genehmigte Weiterarbeit von ebenfalls infizierten Betreuern in einer Lebenshilfeeinrichtung im unterfränkischen Mellrichstadt aufgrund von Personalnot gestoßen ist, leuchten bei ihm einige Fragezeichen auf, die er in seinem Kommentar aufgreift.

Damals – im April 2020

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Franziska Vu

Kassel (kobinet) Wenn Eltern oder Großeltern ihre Sätze mit „Damals“ beginnen, ist die Gefahr groß, dass das Interesse der Kinder bzw. Enkel schnell gen Null schwindet. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul wagt es in seinem Kommentar trotzdem, daran zu erinnern, wie das „Damals“ war – nämlich im April 2020, genau genommen am 26. April 2020. Denn an diesem Tag war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Corona-Virus zum letzten Mal höher als am gestrigen Tag, wie das Robert-Koch-Instittut am 20. August 2020 vermeldet.

Man nennt es Diskriminierung

Katja Arnecke
Katja Arnecke
Foto: Anna Schroll

Jena (kobinet) Katja Arnecke hat sich vor einigen Wochen mit einer Kolumne mit dem Titel „Corona im Kopf“ in den kobinet-nachrichten zu Wort gemeldet und sich mit dem Begriff der „Risikogruppe“ auseinandergesetzt. In ihrer heutigen Kolumne beschreibt sie, welche diskriminierenden Auswirkungen die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe für sie selbst hat. Ihr wird die Teilnahme an einer Mutter-Kind-Kur deshalb verweigert.

Gedanken und Fragen zum 5. Mai

Portrait von Inge vor einer Wand
Portrait Inge Plangger
Foto: Andreas Vega

München (kobinet) Heute geht die neue Website des Münchner Netzwerks Selbstbestimmt Lebenonline. Zur Eröffnung gibt es dort ein Video als Beitrag für den heutigen Online-Protestag zu sehen. Aber auch ein toller Gastkommentar auf der Internetseite ist so lesenswert, dass kobinet diesen gerne hier veröffentlicht.

Schwerter zu Mundschutz!

Roland Frickenhaus
Roland Frickenhaus
Foto: Roland Frickenhaus

Jessen (Elster) (kobinet) Mit starrem Blick homeofficet die Nation nun schon seit Tagen und redet sich ein, dass das, was da gerade global abgeht, nur ein böser Spuk sei und dass man schon morgen wieder zum Ski- und kreuzfahren in die Welt düsen kann, als sei das alles ein temporäres Ereignis, dem man am besten damit begegnet, dass man all das nachholt, was man die letzten Tage nicht durfte.

Corona im Kopf

Katja Arnecke
Katja Arnecke
Foto: Anna Schroll

Jena (kobinet) In Katja Arnecke vom Landesverband Selbstbestimmt Leben in Thüringen „ballt sich immer wieder ein Klumpen zusammen“, wenn sie Botschaften hört, dass das Corona-Virus hauptsächlich „Risikogruppen“ bedroht und man diese „schützen“ müsse, um Maßnahmen zu lockern. In ihrer Kolumne für die kobinet-nachrichten bringt die selbst aufgrund ihrer chronischen Erkrankung zur Risikogruppe gehörende Frau, ihre Gedanken zu solchen Äusserungen zum Ausdruck.

Normal ist normal anders!

Roland Frickenhaus
Roland Frickenhaus
Foto: Roland Frickenhaus

Jessen (Elster) (kobinet) Normal ist es auch nach 80 Jahren immer noch nicht, das Verhältnis des deutschen Staates zu seinen Bürger“innen mit Behinderung. Seit er sich an ihnen verging, sie als „Ballastexistenzen“ bezeichnete, die dem „gesunden Volkskörper“ Geld entziehen würden und die im eigenen Interesse durch Ermorden von ihren Leiden zu erlösen seien, hat sich ein Riss aufgetan, der bis heute nachwirkt.

Sinn und Unsinn von Gastro-Führern

im Porträt
Hubertus Thomasius
Foto: privat

Berlin (kobinet) Ja, wir wollen wissen, wo wir essen und trinken gehen können. Ja, wir wollen wissen, wo wir nicht willkommen sind, weil es nicht für alle Menschen nutzbar ist. Nein, wir wollen nicht den Zustand erhalten und in Heften und Broschüren zementieren. Wir wollen, dass Gaststättenführer für Behinderte nicht mehr nötig sind, weil alle Einrichtungen nutzbar sind, für alle Menschen.

Leben ist das, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben -oder: vom Unsinn der Zukunftsplanung

Roland Frickenhaus
Roland Frickenhaus
Foto: Roland Frickenhaus

Jessen (Elster) (kobinet) Jetzt geht es bald los, dass die netten Damen und Herren, beflügelt durch das im gedimmten „Licht der UN-BRK“ geschriebene Bundesteilhabegesetz (BTHG), landauf und landab bei Menschen mit Behinderungen vorstellig werden, um zu erfragen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Das Zauberwort lautet: „Zukunfts-“ bzw. „Teilhabeplanung“.

Verrichtungen oder Zeit?

Foto zeigt Ilja Seifert
Ilja Seifert
Foto: Privat

Berlin (kobinet) Ilja Seifert schickte einen Beitrag an die Redaktion, den die kobinet-nachrichten heute als Kolumne veröffentlicht. Unter der Überschrift „Verrichtungen oder Zeit?“ stellt er Überlegungen zu Pflege und Talkshows zur Diskussion.

Angst vor der Pflege-Kaserne

Foto zeigt Laura mit Atemmaske und Hund
Laura Mench
Foto: Privat

Berlin (kobinet) Laura Mench ist das jüngste Mitglied des kobinet-Vereins. Die 22-jährige Frau aus Berlin hat zum Tag der offenen Tür im Bundesgesundheitsministerium Minister Jens Spahn (39) einen Brief übergeben. Sein von Betroffenen heftig kritisierter Entwurf für ein Reha- und Intensivpflegegesetz ist Thema ihrer ersten Kolumne für diesen Online-Nachrichtendienst.

Das Soziale in der Ökonomisierungsfalle: „Nach Möglichkeit bitte wenden!“

Roland Frickenhaus
Roland Frickenhaus
Foto: Roland Frickenhaus

Jessen (Elster) (kobinet) Neben der Klimafrage ist die Sicherung des Sozialen die zweite gesamtgesellschaftliche Herausforderung unserer Tage. Auch hier haben wir Fakten zur Kenntnis zu nehmen, die uns sagen, dass ein „weiter so“ nicht weiter so gehen kann. Uns steht eine unbequeme Diskussion bevor -ob wir das wahrhaben wollen oder nicht.

Damals…

Profil Andi
Andi mit Hund und Regenschirm
Foto: Andreas Vega

München (kobinet) Der Zwangsdienst für den Staat – lange Zeit war das sehr umstritten. Ich selber habe das in meiner Jugend abgelehnt, gleichzeitig aber vom Zwangsersatzdienst profitiert.

Ins Verhältnis gesetzt: Die Eingliederungshilfe

Roland Frickenhaus
Foto von Roland Frickenhaus
Foto: Roland Frickenhaus

Roland Frickenhaus, Jessen (Elster) Die Einführung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) wurde auch damit begründet, die Ausgabendynamik bremsen zu müssen. Um für diesen unpopulären Schritt dennoch die erforderliche Akzeptanz zu erreichen, wurden allerhand Statistiken bemüht. In der Rückschau, also gut drei Jahre später, stellt sich schon die Frage, wieso niemand diese Kostenposition ins Verhältnis zu anderen öffentlichen Ein- bzw. Ausgaben gesetzt hat. Höchste Zeit, sich darüber mal Gedanekn zu machen!

Heiße Debatten: Der Klimawandel bedroht besonders Behinderte und Alte

Franz-Josef Hanke
Franz-Josef Hanke
Foto: Franz-Josef Hanke

Marburg (kobinet) Der Klimawandel, seine Herausforderungen und Folgen sind in aller Munde. Der Journalist Franz-Josef Hanke hat sich in seiner Kolumne des Newsletters von Raul Krauthausen, die die kobinet-nachrichten dankenswerter Weise veröffentlichen darf, Gedanken darüber gemacht, was der Klimawandel für behinderte und ältere Menschen bedeutet.

Inklusion braucht Infrastruktur!

Roland Frickenhaus
Portrait
Foto: Roland Frickenhaus

JESSEN (KOBINET) Oft ist Einfaches schwer zu machen. Zehn Jahre laboriert unser Land nun schon an so etwas Einfachem wie Inklusion herum. Das dürfte nicht zuletzt auch daran liegen, dass den Verantwortlichen erst allmählich klar zu werden scheint, dass Inklusion nur dann Erfolg beschieden sein wird, wenn parallel auch eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut wird. Es ist wie seinerzeit bei der Erfindung des Automobils. Dass das eine Erfolgsgeschichte wurde, liegt nicht zuletzt daran, dass parallel die erforderliche Infrastruktur (Straßen, etc.) aufgebaut wurde.

Tote Fische

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Weil ohne Ziel jeder Weg richtig ist, kann es vorkommen, dass sich einem da plötzlich die eigene Meinung in den Weg stellt. Das sind typische Anfängerfehler, die Profis schon lange nicht mehr begehen. Sie wissen: Ohne Meinung lebt sich’s im Neoliberalismus eindeutig besser. Gefragt ist Pragmatismus statt „Sozialromantik“.

Die Zahl der toten Fische steigt bedrohlich an…

Vor Rollstuhlskaten-WM in Köln

David in AktionUNBEKANNT (KOBINET) Vor der WCMX-Weltmeisterschaft vom 30.08 – 01.09.2019 in Köln analysiert Rollstuhlskaten-Champ David Lebuser aus Hamburg die Entwicklung dieses immer beliebter werdenden Aktionssports. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin konnte er seinen Titel verteidigen. Im Kölner Northbrigade Skatepark werden die Top Fahrer aus der ganzen Welt, inklusive der amtierende Weltmeister und international bekannten Nitro Circus Star Aaron Fotheringham erwartet. 

Quo vadis Behindertenhilfe?

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Die Landesrahmenverträge zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) sind auf der Zielgeraden. Ziemlich viel Aufregung in den Ländern herrschte, als es darum ging, das jeweilige Instrument zur Erfassung des individuellen Hilfebedarfs zu bestimmmen. Die sind nun festgelegt und jetzt kann es also losgehen mit der Bedarfsermittlung.

Da es jedoch keinen Rechtsanspruch auf einen Bedarf, sondern auf eine (bedarfsgerechte) Leistung gibt, ist die Frage nach der Leistung die zentrale Frage im ganzen BTHG. Wir müssen jetzt über Leistungen reden! Da sieht es allerdings wesentlich ruhiger aus, als bei den teilweise sehr hitzig geführten Debatten über das „richtige“ Bedarfserfassungsinstrument. Das könnte sich rächen.

Alle raus zum 5. Mai!

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) In wenigen Tagen dürfen wir wieder. Ist ja auch schon ein Jahr her, dass wir das letzte Mal durften. Wieder wird es, neben Luftballons, Bratwurst und Sambagruppe, ein buntes Treiben geben. Botschaft: ist doch gar nicht so besonders, anders zu sein. Alles schick, alles gut. Wir rocken mal eben die Fußgängerzone und zeigen, dass wir auch was von Spaßhaben und Amüsement verstehen: Teilhabe groovt!

Ja, und ehe man sich versieht, ist, vor lauter Aktion-Mensch finanzierter Bespaßung, aus dem Blick, dass es um Protest geht und nicht um ein Event. Wir haben zu protestieren, statt zu feiern!

Die Zukunft in die eigenen Hände nehmen

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Wer merkt, dass er fortwährend betrogen wird, der geht auf die Straße. Nachdem wir 2016 wegen des Bundesteilhabegesetzes das letzte Mal wahrnehmbar in Erscheinung traten, sind es aktuell die Kids, die auf sich aufmerksam machen. Ihnen geht das Rumgeeiere in Sachen Klima und Umweltschutz auf den Keks. Recht haben sie.

Auch wenn es unterschiedliche Anlässe sind, so ist es doch eine gemeinsame Erkenntnis: Es gibt Dinge, die einfach zu wichtig sind, sie denjenigen anzuvertrauen, die sich für vier Jahre als Problemlöser*in anbieten und, kaum (überhang-)mandatiert, loslegen, als seien wir ihr Personal.

 

 

Inklusion – Koste es, was es wolle!

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) feiert in Deutschland dieser Tage ihren zehnten Geburtstag. In diesem Zeitraum ist mehr als deutlich geworden, dass die Schaffung eines inklusiven Gemeinwesens eine Mammutaufgabe ist, die nicht aus der Portkasse zu finanzieren sein wird.

Eine „Inklusion nach Kassenlage“ wird der Bedeutung und der Intention der Konvention nicht gerecht. Es nützt nichts: Wir müssen über Geld und Finanzierbarkeit reden. Auch und gerade zum zehnten Geburtstag.

Ein Option könnte sein, den in die Jahre gekommenen „Solidaritätszuschlag“ durch einen „Inklusionszuschlag“ zu ersetzen…

Mit dem Rollstuhl skaten?

David in AktionHAMBURG (KOBINET) David Lebuser ist ein vielseitig interessierter Extremsportler. Der 32-Jährige will seinen im vergangenen Jahr errungenen Titel als Deutscher Meister im Rollstuhl-Skaten verteidigen, wenn am 18. Mai in Berlin die 2. Internationale Deutsche Meisterschaft in dieser Disziplin ausgetragen wird. Lebuser hat sich kürzlich zur Situation von Bahnreisenden im Rolli geäußert (kobinet 10.2.19). In seiner ersten Kolumne für diesen Nachrichtendienst schreibt er heute über das Skaten. sch

Gegen Einfalt hilft Vielfalt

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Vielfalt ist nicht nur ein Konzept aus dem Methodenkoffer der Sozialarbeit, sondern sie ist auch die Voraussetzung zur Entfaltung menschlicher Einmaligkeit. Das klingt gut und wird vermutlich keinen Widerspruch hervorrufen. Der Konflikt entsteht an anderer Stelle: Da ist auf der einen Seite der Wunsch der auftraggebenden Verwaltung nach großtmöglicher Standardisierung und Vereinheitlichung Sozialer Dienstleistungen und da sind die konzeptionellen Ansätze von „Individualisierung“ und „Personenzentrierung“ der Dienstleister auf der anderen Seite. Während Vielfalt den (buchhalterischen) Planungs- und Verwaltungsaufwand stört, ist sie der Schlüssel zum Erfolg sozialer Diensteistungen. Ein Konflikt, der mehr Aufmerksamkeit verdient hat und der weitaus wichtiger ist als ein Frühschoppenthema. Hier geht es um Grundsätzliches.

Denn Vielfalt, Unterschiedlichkeit und Einmaligkeit können nur dort zur Entfaltung kommen, wo Vielfältige, Unterschiedliche und Einmalige tätig sind. Und dort wo „Empowerte“ tätig sind, können sie auch erfolgreich beim Empowern ihrer Klient*ìnnen unterstützen.

„The Winner is…?“ – Zehn Jahre UN-BRK in Deutschland

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Das Jahr 2019 ist aus behindertenpolitischer Sicht ein besonderes Jahr. Deutschland feiert das zehnjährige Bestehen der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Mit dem Inkrafttreten der UN-BRK ist eine Epoche behindertenpolitischer Sichtweisen und der dazugehörenden Hilfestrukturen zu Ende gegangen. Ein Paradigmenwechsel eben.

Oder eben nicht? Wo stehen wir und welches sind die Herausforderungen der nächsten Monate und Jahre? Überlegungen aus einer ungewohnten Perspektive.

Wir müssen reden, Gretchen!

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Bei dem händeringenden Suchen nach Fachkräften wird gern kommuniziert, dass die Qualität von Sozialen Dienstleistungen in einem direkten Zusammenhang zur Quantität steht: „Je mehr Fachkräfte, desto besser das Ergebnis“, so die Botschaft. Erfahrungen zeigen, dass diese Gleichung zu kurz greift. Wir müssen über Ethik, Moral und Glauben reden. Das ist so einfach wie unbequem.

Revolution statt Reform!

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Mit dem 03. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, steht wieder einer dieser schicken Gedenktage im Kalender, an denen es sich für die behindertenpolitischen Sprecher der Parteien und die Vertreter von Institutionen und Verbänden immer ganz gut macht, wenn sie Nettigkeiten von sich geben. Unterdessen wird, wieder mal, kräftig an der Eingliederungshilfe rumgeschraubt und es ist bereits erkennbar, dass das wieder das Zeug zum Rohrkrepierer hat. Schluss mit der Reform(ei)erei! Wir brauchen endlich den menschenrechtlich konformen Systemwechsel. Dazu braucht es allerdings keine Reform, sondern eine Revolution!

#InclusionMeAndYou

Roland FrickenhausUNBEKANNT (KOBINET) Vor zwei Jahren ging der letzte große Ruck durch die deutsche Behindertenszene. Die zum Teil sehr spektakulären Aktionen waren medial äußerst wirksam und plötzlich schafften es Themen wie Inkluion und Teilhabe bis in die „Tagesschau“. Und, siehe da, die Politik reagierte und besserte nach. Die Erkenntnis: Viele, die sich auf ein gemeinsames Ziel verständigt haben, können auch viel erreichen!

Heute, zwei Jahre später, herrscht Katerstimmung. Man ist sich nicht mehr so nah wie damals. Dabei ist gerade die Verständigung auf gemeinsame Ziele das A und O jeder Bewegung. Sich zu gemeinsamen Zielen zu verständigen und sich zu gemeinsamen Aktionen zu verabreden, ist die Aufgabe, die es anzupacken gilt.